Das Märchen vom Mann im Monde
Ludwig Bechstein
Vor uralten Zeiten ging einmal ein Mann am lieben Sonntagmorgen in den
Wald, haute sich Holz ab, eine großmächtige Welle, band sie, steckte
einen Staffelstock hinein, huckte die Welle auf und trug sie nach Hause
zu.
Da begegnete ihm unterwegs ein hübscher Mann in Sonntagskleidern, der
wollte wohl in die Kirche gehen, blieb stehen redete den Wellenträger an
und sagte: »Weißt du nicht, daß auf Erden Sonntag ist, an welchem Tage
der liebe Gott ruhte, als er die Welt und alle Tiere und Menschen
geschaffen? Weißt du nicht, daß geschrieben steht im dritten Gebot, du
sollst den Feiertag heiligen?«
Der Fragende aber war der liebe Gott selbst; jener Holzhauer jedoch war
ganz verstockt und antwortete: »Sonntag auf Erden oder Mondtag im
Himmel, was geht das mich an, und was geht es dich an?«
»So sollst du deine Reisigwelle tragen ewiglich!« sprach der liebe Gott,
»und weil der Sonntag auf Erden dir so gar unwert ist, so sollst du
fürder ewigen Mondtag haben und im Mond stehen, ein Warnungsbild für
die, welche den Sonntag mit Arbeit schänden!«
Von der Zeit an steht im Mond immer noch der Mann mit dem Holzbündel,
und er wird wohl auch so stehen bleiben bis in alle Ewigkeit.
Hierzu gibt es natürlich auch ein paar schöne Musikstücke:
Die Prinzen - das Modernste
Heinz Rühmann - ein älterer Film
Guss Backus - für uns sind das heute Partyhits, aber ehrlich, meine Eltern sind dazu noch voll abgerockt



