7-Meilen-Stiefel
Eselsohren
Ahnentafel
Silbersee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schatztruhe - Die Liebsten unter den Lieben

 

Khaled Hosseini: Drachenläufer

Über dieses Buch wurde schon viel gesagt und viel geschrieben. Zu Recht! Es ist in vielerlei Hinsicht fantastisch. Zum einen ist hier die Sprache: fein, klar, auf den Punkt kommend, ohne unnötige Schnörkel und Verzierungen. Das zweite große Plus sind die Charaktere des Buches: die Schwächen und Stärken der einzelnen Personen sind in aller Klarheit geschildert. Es gelingt Hosseini die Personen in ihrer Komplexheit zu zeichnen, ohne sie zu überzeichnen. Hervorragend auch der Protagonist und der Antagonist, sowie die Ausarbeitung der Konfliktpunkte. Besonders ergreifend wirkt die Geschichte, durch die unverblümte Ehrlichkeit des Antagonisten, der in der Geschichte als Ich-Erzähler auftritt. Die Geschichte selbst ist schonungslos, in sich völlig geschlossen. Es ist eine Geschichte, in der sich Schwächen und deren Resultate in Form von Fehlern sich über Generationen tragen. Alle Schweigen, die Wahrheit wird nicht ausgesprochen - aber die Wahrheit ist spürbar, sie ist allseits konkret und bestimmt die Handlungen aller Beteiligten.

In der Ausgabe, die ich besitze, sind am Ende einige Fragen zur Diskussion für Lesekreise bereitgestellt (K. Hosseini: Drachenläufer, BvT, November 2004, 15. Auflage, Januar 2007). Ich möchte versuchen, ein paar dieser Fragen ansatzweise zu beantworten. Diese Gedanken sind mit Sicherheit nicht vollständig - also, liebe Schüler, wenn Ihr hier abschreibt, dann denkt bitte daran, dass es sich um eine rein persönliche Lesart handelt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebt, vielleicht oft nur einen Teil bedenkt.

 

 

Lilli Thal: Vialla und Romaro

Bewertung:
Ein wundervolles Buch zu einem Thema, das man sonst nur in Beziehungsratgebern finden kann. Die Buchhändlerin, die es mir vorstellte, meinte: ein Buch, das jede Frau egal welchen Alters gelesen haben sollte. Was Lilli Thal hier beschreibt ist das immer wiederkehrende Thema, daß Liebe oft einer Täuschung unterliegt, gegen die der Liebende jedoch resistenz ist. Auch wenn für die Umwelt so klar ist, dass die geliebte Person kein netter Mensch ist, sondern ein saugendes Monster sein kann, das einen nie mehr losläßt. Gekonnt und vielschichtig beschreibt sie, wie sich die Liebe anfühlt, wie sich Liebeskummer anfühlt, wie man ihn erträglich macht um weiterzuleben und wie blind die Liebe machen kann. Variantenreich gestaltet sie die Auseinandersetzung Viallas mit dem blauen Monster. Sie erkennt sein Wesen, sucht seine Schwachpunkte und stellt indirekt dar, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind, wenn sie um jeden Preis blenden wollen, um geliebt zu werden. Und wie hilflos eine echte tiefe Liebe sein kann, wenn der andere die Blendung nicht erkennt und der Lust, die ein solch anziehendes Wesen ausstrahlt, stets nachgibt. Es spricht auch alle Fragen der Liebe an: wie weit darf Liebe gehen, wann geht es nicht mehr um Liebe, sondern um Grausamkeit. Dabei wird auch die Seite der hilflos Liebenden beleuchtet: der Fluchtinstinkt und der Drang zu bleiben, die Bemühungen, das Leid zu beenden. Zudem zeigt es auch auf, daß auch eine echte tiefe Liebe und Beziehung niemals davor gefeit ist, zu kippen oder zu scheitern.

Für mich das Jugendbuch 2007

 

Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg

von diesem Buch bin ich sehr begeistert. Es ist einfach zu lesen, unterhaltsam, intelligent, unaufdringlich. Es erzählt und will nicht lehren. Es ist menschlich und ehrlich. Für mich das Beste in 2007. Mich hat es sehr tief berührt, so sehr, daß am Ende sogar ein paar Tränen geflossen sind. Ein Dankeschön ein Hape Kerkeling.

Mehr zu "Jakobswegen"


Adalbert Stifter: Brigitta

Für mich die schönste Liebesgeschichte - steppenhaft

Henrik Ibsen: Nora (ein Puppenheim)
Eigentlich mein liebstes Drama (ausgenommen natürlich der Faust), wunderbar dargestellt, ergreifend und super zu lesen (für die, es es ebenso dick haben wie ich selbst, ein Drama zu lesen) und die Geschichte hochaktuell...

Marie von Ebner-Eschenbach: Aphorismen
Ein wirklich schönes Buch, sehr klug gedacht und klug formiliert - eine Meisterin auch sehr zu empfehlen ist ihre Geschichte 
Krambambuli (einige werden die Filme wohl kennen) - nicht selten saßen wir zusammen und kommt die Sprache auf diese treue Seele beginnen sehen wir alle auf die Seite um die Tränen zu verbergen...

Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben
eine sehr interessante Biographie und ein für mich überraschendes Buch - einfach wundervoll. Wer jedoch denkt, er könne Reich-Ranickis herrliche überhebliche Art auskosten, kommt hier zu kurz - viel zu kurz. Das Buch ist eher still, es ist reflektiert erzählt, ohne Umschweife und Nichts beschönigend.


Berhard Schlink: Der Vorleser
Ein altes Thema, eine neue Wendung. Eine hervorragende Idee.

Thomas Mann: Die Buddenbrooks
Dieses Buch ist nicht geschrieben, es ist komponiert.

Johann Wolfgang von Goethe: Die Wahlverwandtschaften
ja, was kommt heraus, wenn ein Element A mit dem Element B verbunden ist und sich dazu Element C und D gesellen - die Lösung des Buches steht gleich am Anfang. - dann verbindet sich A mit C und B mit D

Henrik Ibsen: Nora - ein Puppenheim
eine gefangene Frau

Jurek Becker: Amanda herzlos
Sind wir, wie wir sind oder sind wir, wie andere uns wahrnehmen - die Geschichte einer Frau, die zunächst als Scheusal erscheint aber mit jedem Mann ein Stückchen schöner wird

 

Sebastian Haffner: Erinnerungen bis 1914

phantastisch, unglaublich gut erklärt und sehr tief erzählt, für alle, die aus erstem Mund verstehen wollen, was in Deutschland den Nationalsozialismus vorbereitet hat - Haffner liefert die menschliche Seite zu den Geschichtsdaten

 

 

 

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