7-Meilen-Stiefel
Eselsohren
Ahnentafel
Silbersee

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine kunterbunte Stellungsnahme zu Büchern, die ich selbst 2007 gelesen habe. Das ist nicht immer up to date, sondern reiner Zufall und, ganz wichtig, ich bin keine Hamsterleserin - es sind die Ideen und Gedanken, die gefallen müssen. Einem guten Schmöker gegenüber bin ich aber nicht abgeneigt ;-)):

 

So, das Jahr 2008 hat sich dem Ende zugeneigt. Die Ausbeute des Jahres sind so um die 40 Bücher. Schön, einmal zurückzublicken und zu sehen, mit welchen Gedanken mach sich im letzten Jahr vertraut gemacht hat.

 

Alle Bücher, die hier aufgelistet sind, können im Marktplatz direkt bei amazon durchstöbert und bestellt werden. Darüber hinaus ist hier auch das gesamte Programm von amazon einsehbar, so, wie man es gewohnt ist. An dieser Stelle vielen Dank an die, die von hier aus ihre Bücher bestellen.

 

Handbuch für Erstautoren

von Manfred Plinke von Autorenhaus

Dieses Buch brauchen nur Personen, die sich gerade auf den harten und steinigen Weg begeben haben, Schriftsteller werden zu wollen. Ein sehr guter Ratgeber!!

 

Starke Kinder sagen Nein

So schützen sie ihr Kind vor Suchtgefahren

von Dr. Thomas Seifert

Nun, der Titel ist aussagekräftiger als das Buch an sich. Finde ich zumindest. An sich ist es eine gute und schöne Zusammenfassung über die Art und Weise des Umgangs von Drogen, es beleuchtet die Ursachen der Abhängigkeit. Zudem bietet es immer wieder gute Übersichtskästen und letztlich auch Kontaktadressen (von denen ich allerdings nicht weiß, inwieweit sie noch gültig sind). Aber: ist jemand auf diesem Gebiet eben nicht beruflich zu Hause und steht als "normaler" Mensch mit diesem Buch da, dann werden einige der Inhalte meiner Meinung nach zu hohen hehren Zielen, die ohne psychologische Unterstützung für die Eltern kaum umsetzbar sind. Denn es bietet viel zu wenig konkrete Umsetzungsvorschläge für Eltern. Und damit geht dem Buch eigentlich der Markt verloren: die, die es wissen, brauchen es nicht und die es brauchen können es nicht so nutzen, wie es nötig wäre. Hätte ich als Mutter den Verdacht, mein Kind nimmt Drogen oder verfällt einer Suchtkrankheit, dann würde ich nicht auf dieses Buch zurückgreifen. Es ist zwar einfach gehalten und gut verständlich, aber manche Dinge sind zwar ganz einfach, doch bis man sie wirklich durchdrungen hat ist es ein harter und schwieriger Weg.

 

Kennedys Hirn

von Henning Mankell

 

Ja, er ist eben einer der Autoren, die ich am meisten lese. Kennedys Hirn ist die Geschichte einer Frau, die ihren Sohn tot in seiner Wohnung auffindet. Sie versucht zu verstehen, weshalb er tot ist. Mord oder Selbstmord? Die Mutter, eine Archäologin beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Sie gerät in Machenschaften hinein, die einfach zu groß sind, um sie lösen zu können. Afrika ist bekannt für seine Korruption und ebenso ist die HIV Problematik dort ein bekanntest Problem.

Der Roman selbst ist einfach gekonntes Handwerk. Obwohl die Protagonistin ständig in der Gegend herumreist, wie es auch die Figuren bei Dan Brown tun, fehlt eben genau das, was Dan Brown zu einem Schmökerproduzenten macht und Henning Mankell als Autor auszeichnet. Mankell übertreibt es nicht, die Figuren geraten an Grenzen.

Natürlich ist es immer unbefriedigend, wenn man am Ende eines Buches die Lösung dann doch nicht auf dem Silbertablett serviert bekommt. Aber nur so, denke ich, kann man das Thema Korruption und HIV annähernd greifen - mit einer Ahnung der Größenordnung. Den Titel finde ich selbst nicht so glücklich gewählt, denn letztlich war Kennedys Hirn eben die falsche Spur. Auch wenn der Titel wiederum auf die Größenordnung der ganzen Geschcihte verweist.

 

 

Der Geschmack von Apfelkernen

von Katharina Hagena

Iris, deren Großmutter gerade gestorben ist, muß zur Testamentseröffnung in den Heimatort ihrer Großmutter reisen. Es stellt sich heraus, dass sie das Haus geerbt hat. Um die Erbschaftsangelegenheiten zu regeln, bleibt sie einige Tage in dem alten Haus, mit seinen vielen Eingängen und Ausgängen. Während dieser Zeit entbreiten sich Stück für Stück die Ereignisse, die in diesem Haus geschehen sind. In diesen Tagen begegnet sie Max wieder, den sie aus Kindertagen kennt.

Das Buch liest sich zunächst als an sich belanglose Erzählung. Die Menschen werden beschrieben, das Haus wird beschrieben. Doch dann, Stück für Stück entbreitet sich die Familiengeschichte, mit ihren Höhen und Tiefen, mit den dunklen Geheimnissen, von denen viele Familien eines in sich tragen und deren Leben dennoch sehr normal erscheint. Es ist gerade diese Beiläufigkeit, die letztlich so fesselnd wirkt. Mitten in der Lektüre stolpert man über einen Satz und denkt: hab ich das jetzt wirklich so gelesen? Ein wichtiger Faktor in dem Buch, obwohl es nicht dort steht, war für mich die Zeit. Die Zeit, die Wunden heilt, die manchmal schmerzlindernd eingreift, die Raum für Neues bietet. Ein Frauenbuch durch und durch mit der Feinsinnigkeit einer Frau geschrieben, kombiniert mit einem sehr soliden Handwerk. Denn bei dieser Art Lektüre kommt es auf die richtigen Nuancen zum richtigen Zeitpunkt an, was hier sehr gekonnt umgesetzt ist.

 

Julie von den Wölfen

Jean Craighead George

Eigentlich ein Jugendbuch! Dieses Buch hat einige große Literaturpreise in den 70er Jahren bekommen - zu Recht, betrachtet man den informativen Wert des Buches.

Miyax, ein Eskimomädchen, ist ausgerissen und muß nun in der unwirtlichen Wildnis der Arktis überleben. Dabei trifft sie auf ein Rudel Wölfe, lernt ihre Sprache und gliedert sich in das Rudel ein. Nach und nach wird ihre Geschichte nachgelegt - der Tod ihrer Eltern, ihre Verheiratung, der Grund ihres Weglaufens. Immer wieder blendet der Autor auf ihr Arktisleben. Erst am Schluß entfaltet das Buch seinen wahren Zauber und lässt den Leser in melancholischer Stimmung zurück. Im starken Kontrast steht die moderne Welt zu dem Überlebenskampf der Arktis. Aber eben auch umgekehrt. Ein zauberhaftes Buch.

Aber warum steht es nun hier bei der Erwachsenenliteratur? Ich bekam dieses Buch vor vielen Jahren zu Weihnachten geschenkt, aber es dauerte nun mehr als 20 Jahre, bis ich es zur Hand nahm und zu Ende las. Es ist ein stilles Buch, das mich als Kind und Jugendliche nicht fesseln konnte - trotz der Preise. Die Sprache ist still, die Ereignisse geschehen, sind in ein, zwei Sätzen abgehandelt und die Handlung geht weiter, ohne dass wirklich etwas weitergeht. Mit tut es nicht leid, es erst jetzt ganz gelesen zu haben, nachdem ich es einige Male weg gelegt habe als Jugendliche. Aber es bleibt ein zauberhaftes Buch mit einem großartigen Inhalt. Heute würde man es wohl anders aufbauen und die Handlung schneller laufen lassen.

Auf jeden Fall eine Empfehlung für Weihnachten!

 

Dr. Jekyll und Mr. Hyde

R.L. Stevenson

Mal wieder einen Klassiker mit einem gewissen Grauen. Wie hängen denn Jekyll und Hyde zusammen? Wer ist nun wer? Und welche Rolle spielen die ungezähmten Triebe?

Immer wieder spannend, immer wieder eine schöne S-Bahn Lektüre, vor allem, weil Reclam Heftchen nicht so viel Platz brauchen und in jede Tasche passen.

 

Ralf Schmitz: Schmitz´Katze

Mich begeistert schon der richtig gesetzte Apostroph nach Schmitz. Wunderbar!! Für jeden Katzenbesitzer ist dieses Buch ein muss, die Erzählungen von der dreiundzwanzigjährigen Schmitz´schen Katze haben einen besonderen Liebreiz. Für alle Nicht-Katzen-Besitzer ist es eine durchaus lesbare Unterhaltung mit Witz.

 

Georges Simenon: Maigret und die junge Tote

Eine ganze Palette Maigret Krimis hat Simenon verfasst. Der von mir gelesene wurde in der Krimireihe der Süddeutschen Zeitung herausgegeben. Nun, die Krimis sind ja schon ein paar Jahre alt und so ist es ein besonderes Lesevergnügen in eine Zeit geworfen zu werden, in der es keine Handy, keine schnellen Informationen und eine recht gemütliche Polizeiarbeit gab. Allerdings, für mich irritierend, bleiben die Personen an sich recht schemenhaft. Simenon beschreibt nicht, es sind durchwegs kaum Gedanken und Gefühle im Spiel. Ein reiner Beobachtungsroman. Aber allein um einmal wieder einen Blick auf eine andere literarische Stilrichtung zu werfen lesenswert.

 

Klüpfel, Kobr: Erntedank, Seegrund und Laienspiel

Jetzt hab ich alle abgegrast, die bisher im Taschenbuch erschienen sind. Das Resultat sind leere Tränensäcke, denn die Dinger sind wirklich urkomisch. Völlig aus dem Leben gegriffen wirkt unser Klufti, altbacken, unmodern, unwirsch und nicht wirklich up to date. Und wer wissen will, was es mit dem Satz "...der Desktop kann das Attachment (sprich Attaschmo) nicht öffnen..." auf sich hat, warum man heute in Schwimmbädern wieder String trägt und warum das Ebi auf einem Pharisäer angeritten kommt und dann mit Dealern kämpft - tja, der kommt nicht umhin den zweiten und dritten Kluftinger zu lesen. Das Zwergerl geht inzwischen los und macht sich über Teil Vier "Laienspiel" her... hoffentlich können die beiden Autoren so schnell schreiben wie ich und jetzt auch mein Freundeskreis die Bücher lesen.... . Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, Kluftinger ist wirklich ein großer Wurf. Auch wenn nicht alles, was grün ist automatisch nach Marzipan schmeckt.

 

Khaled Hosseini: Drachenläufer

Über dieses Buch wurde schon viel gesagt und viel geschrieben. Zu Recht! Es ist in vielerlei Hinsicht fantastisch. Zum einen ist hier die Sprache: fein, klar, auf den Punkt kommend, ohne unnötige Schnörkel und Verzierungen. Das zweite große Plus sind die Charaktere des Buches: die Schwächen und Stärken der einzelnen Personen sind in aller Klarheit geschildert. Es gelingt Hosseini die Personen in ihrer Komplexheit zu zeichnen, ohne sie zu überzeichnen. Hervorragend auch der Protagonist und der Antagonist, sowie die Ausarbeitung der Konfliktpunkte. Besonders ergreifend wirkt die Geschichte, durch die unverblümte Ehrlichkeit des Antagonisten, der in der Geschichte als Ich-Erzähler auftritt. Die Geschichte selbst ist schonungslos, in sich völlig geschlossen. Es ist eine Geschichte, in der sich Schwächen und deren Resultate in Form von Fehlern sich über Generationen tragen. Alle Schweigen, die Wahrheit wird nicht ausgesprochen - aber die Wahrheit ist spürbar, sie ist allseits konkret und bestimmt die Handlungen aller Beteiligten.

In der Ausgabe, die ich besitze, sind am Ende einige Fragen zur Diskussion für Lesekreise bereitgestellt (K. Hosseini: Drachenläufer, BvT, November 2004, 15. Auflage, Januar 2007). Ich möchte versuchen, ein paar dieser Fragen ansatzweise zu beantworten. Diese Gedanken sind mit Sicherheit nicht vollständig - also, liebe Schüler, wenn Ihr hier abschreibt, dann denkt bitte daran, dass es sich um eine rein persönliche Lesart handelt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit erhebt, vielleicht oft nur einen Teil bedenkt.

 

 

Milos' Urban: Die Rache der Baumeister

Sehr interessant, mal ein Krimi, der nicht dem üblichen Strickmuster entspricht mit leicht kafkaesken Einschlägen, wobei die Geschichte eher an E.E. Poe erinnert. Was mir jedoch in diesem Buch am meisten gefällt ist die Sprache: sehr stilsicher, sehr präzise und die gezeichneten Bilder sind mir sehr nahe.

 

Judith Merkle Riley: Die Stimme

Ein klassischer Mittelalterschmöker zum Schnelllesen. Interessant ist an diesem Buch die Wahl der mittelalterlichen Ausdrucksweise. Ansonsten empfinde ich die Geschichte eher als ziemlich unrealistisch und sie erinnert im Thema stark an Yentl und "Die Päpstin".

 

Mal wieder: Die Töpfchenhexe von Vera Ruoff

Der Kinderbuchklassiker!! Immer wieder eine hübsche kleine Geschichte, wenn man zwischendurch mal eine halbe Stunde Muße hat. Sie sind schon goldig, die kleine Töpfchenhexe, der Zauberer Suseldruß, Schluribumbi, Florian und die Räuber Balduin und Blasius.

 

Volker Klüpfel, Michael Kobr: Milchgeld

Endlich hab ich mir den ersten vorgenommen - die in München inzwischen recht bekannten Allgäukrimis der beiden Autoren. Nun, einen Krimi zu beschreiben ist ja nun eher verwerflich, aber ich kann eines dazu sagen: mir scheint, ich hätte in diesem Buch einen lieben Freund getroffen :-)). Ach so, ja, der Krimi an sich ist wirklich nicht schlecht, vor allem, wenn man noch die Freude hat, die Gegend zu kennen.... Prädikat: gut

 

Dora Heldt: Urlaub mit Papa

Diesmal kein hochgestochener Roman, sondern eine lustige, nette kleine Urlaubslektüre. Urlaub mit Papa ist das Richtige für den Strand, die Terasse oder Balkonien. Eine witzige Geschichte von einem Papa, der einen in den Wahnsinn treibt und allerlei durcheinander bringt. Christine, 45 Jahre, Single, weiß zunächst gar nicht wie ihr geschieht, als ihre Mutter ihr für die Ferien ihren Vater aufs Auge drückt. Doch dann hat sie keine Möglichkeit mehr, darüber nachzudenken: Heinz, ihr Papa, so um die 70, ist farbenblind, chaotisch, besserwisserisch und mit Sicherheit kein Diplomat. Und dann setzt er auch noch einen wildgewordenen Möchtegernjournalisten auf Christines Urlaubsliebe an, weil er den Verdacht hegt, es handelt sich bei Johann um einen Heiratsschwindler der übelsten Art.

Einen Nachteil hat das Buch: es ist für seinen Inhalt ziemlich groß und schwer - aber schaut Euch mal am Strand um, vielleicht findet ihr ja einen netten älteren Herren, der sich freut, Euch die Koffer zu tragen. ;-)

 

Henning Mankell: Der Chinese

Ja, ich hab es gemacht. Ich habe dieses Buch als HC gekauft und es nicht bereut. Die Neugier war einfach zu groß.

Die Handlung beginnt mit der Ermordung eines ganzen Dorfes in Schweden. Die Polizei beginnt zu ermitteln und findet schnell den falschen Täter. Doch dann entspinnt sich eine Geschichte um Brigitta Roslin, eine schwedische Richterin und Alt68erin. Die Figur ist sehr glücklich gewählt, wie ich finde. An ihr entspinnt sich eine Darstellung von Korruption, Einstellungen und Darstellungen des heutigen China. Dieses Buch zeigt auf, wie weit China noch davon entfernt ist, ein Land zu werden, in dem annähernd so gedacht und gelebt wird, wie in der westlichen Welt. Der angehende Kapitalismus baut auf Unterdrückung und selbstgefälliger Machtgier auf.

Ein sehr interessantes Buch. Alle, die von Mankell einen Krimi in Wallander-Manier erwarten, werden enttäuscht sein, weil die Polizeiarbeit komplett in den Hintergrund tritt und lediglich eine falsche Fährte verfolgt. Wer erwartet, dass sich die Geschichte super entspinnt, weil die Hauptperson Richterin ist, werden ebenso enttäuscht sein. Aber wer einen kleinen Blick auf China werfen will, wer sehen will, aus welchem Grund die nun laufenden Olympischen Spiele doch mit Zweifel betrachtet werden können, die kommen voll auf ihre Kosten.

Dieses Buch ist ein Krimi und ein Politthriller, es beschreibt einen Mord aus wirtschaftlichen Motiven, die eigentlich nur persönliche Motive sind. Es zeigt in China, in dem es die Todesstrafe gibt und das weit weg davon ist, ein westliches Land zu sein.

Und nun nehme ich mir ein bisschen Zeit, denn dieser Roman muß sich erstmal setzen.

Ihr könnt ja mal kucken: mittlerweile gibt es das Buch auch als Hörbuch

 

R. Rose/H. Budjuhn: Die zwölf Geschworenen

Mal wieder ein Theaterstück für zwischendurch. Die meisten werden es kennen: der Gerichtssprecher leitet das Stück ein, indem er den Geschworenen ihre Pflichten aufzeigt. Dann begeben sich die Geschworenen ins Besprechungszimmer, um darüber zu entscheiden, ob der Junge, der des Mordes an seinem Vater angeklagt ist, schuldig ist oder nicht. Elf stimmen sofort für schuldig, einer nicht. Das Urteil muß jedoch einstimmig sein. Nr. 8, der für nicht schuldig stimmt, möchte zunächst nur darüber sprechen, bevor er einen 18jährigen Jungen auf den elektrischen Stuhl schickt. So nach und nach entbrennt eine heiße Diskussion, so nach und nach entblättern sich die Motive der einzelnen, so nach und nach tun sich Zweifel auf. Es geht nicht darum, ob der Junge unschuldig ist, es geht darum, ob es begründete Zweifel an seiner Schuld gibt.

Ein spannendes Szenario mit sehr ergreifenden Sequenzen. Den Film hab ich schon oft gesehen, jetzt endlich auch das Buch gelesen. Mittlerweile ist das Büchlein sogar als Reclam zu haben. Ein lohnendes Stück für Zwischendurch.

 

Francois Lelord: Das Durcheinanderland der Liebe

Die Bücher von Fancois Lelord sind mir mittlerweile zu lieben Freunden geworden und jedes einzelne, das ich nicht gelesen oder als Hörbuch gehört hätte, wäre ein Verlust. Seine Bücher sind liebevoll, intelligent, menschenfreundlich, seine Figuren liebenswert und von kindlicher Naivität.

DAS Buch für mich im Jahr 2008 ist bisher das Durcheinanderland der Liebe. Ulik, ein Inuk, kommt nach Paris, zu uns Kablunak, um dort sein Volk, die Inuit, zu repräsentieren. Dabei beobachtet er ziemlich genau die europäische Art der Partnerschaften und stellt sie in den direkten Vergleich zu den Gepflogenheiten seines Volkes, in dem die Rollen von Frauen und Männern vollkommen anders, traditionell, verteilt sind, als wir es heute hier in Europa kennen. Ulik selbst gerät in den Strudel der Liebe und ihren Möglichkeiten, sie auszuleben. Oft jedoch steht er fragend da: wie kann es sein, dass so viele Menschen alleine leben, weshalb wartet man immer auf den besseren Partner, was bedeutet Partnerschaft in den westlichen Nationen, warum sind Frauen, die beruflich erfolgreich, hübsch und intelligent sind, so oft alleine. Im Laufe seines Aufenthaltes bemerkt Ulik immer wieder, dass wir doch alle naklik brauchen. Erschütternd ist das Ende: Ulik geht zurück in sein Land und findet seine Liebe, die schöne Navaranava, in westlicher Pose strippend für die Kablunak. Trotz aller Vorzüge, die unsere Welt bietet, wählt Ulik mit Navaranava die traditionelle Lebensform, in der ein Mann ein guter Jäger und eine Frau eine gute Hausfrau ist.

Ein wundervolles Buch. Besonders berührt hat mich seltsamerweise der Vermerk im Nachwort, dass für die deutsche Übersetzung einzelne Passagen umgearbeitet wurden, weil sie sonst für uns zu "pariserisch" gewesen wären und das völlige Verständnis gefehlt hätte. So viel Respekt vor dem Leser findet man selten bei einem Autor und zeigt, dass Lelord mit seinen Büchern mehr erreichen möchte, als eine hohe Verkaufszahl. Vielen Dank dafür und die schönen Stunden mit Ulik und Marie-Alix.

Mehr über den Autor findet ihr hier.

Und hier könnt Ihr eine genaue Zusammenfassung des Buches nachlesen.

 

Charlotte Roche: Feuchtgebiete

Um dieses Buch wurde in den letzten Wochen sehr viel Aufheben gemacht, es steht seit einiger Zeit auf den Bestsellerlisten, es ist eines der meistgekauften Bücher und auch eines der am meisten zurückgegebenen Bücher, darf man den Aussagen einiger Buchhändler trauen. Da wollte natürlich auch das Zwergerl wissen, was dahinter steckt. Und ich muß sagen: teilweise verstehe ich den Aufruhr um dieses Buch sehr gut, ich denke, es ist Zeit geworden, dass es geschrieben wurde.

Beginnt man dieses Buch zu lesen, dann scheint es zunächst, als würde man eine kleine, abartige 18jährige kennenlernen, Arschpatientin im Krankenhaus nach einer Hämorroiden OP, deren permanente Gedanken nur darum kreisen, wie sie am besten alle Bakterien möglichst weit verbreiten kann. Hier läßt Frau Roche tatsächlich nichts aus, was Frauen heimlich verbergen könnten. Es mutet etwas übertrieben an, dass die Heldin des Buches Helen wirklich alles macht, was einem dazu einfallen kann. So, wie sie wütet bleiben für mindestens 10 andere Frauen keine Abartigkeiten mehr übrig. Aber darum geht es wohl gar nicht. Dieses Buch ist mehr eine Sammlung von den Dingen, die Frauen grundsätzlich tun können, und die nicht in das offizielle Reinlichkeitsbild, das man von Frauen hat, passen. Ich bin sicher, dass viele Frauen an manchen Stellen zu lachen beginnen, wohl viele an anderen Stellen, je nachdem, wie frau veranlagt ist und wozu sie neigt. Gleichzeitig damit räumt Charlotte Roche mit einem übertriebenen Reinlichkeitsbild auf, einem Reinlichkeitsbild, das in unseren Supermärkten und Drogerien die Reinlichkeit fördert, tatsächlich aber nur eine Pseudosauberkeit darstellt.

Etwa zum letzten Drittel hin gibt es in dem Buch allerdings einen Bruch. Helen wird vom reinen Teenager, der Ekligkeiten vertritt, zu einem Mädel, das unter der Trennung ihrer Eltern leidet und sich letztlich die frische Wunde aufreißt, um ihre Eltern wieder zusammenzubringen. Was diese Story angeht, finde ich sie schlecht ausgearbeitet, sie hätte Stoff für ein neues Buch gegeben. Auch das Ende, in dem sie bei ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus zwei Figuren nachstellt, die ihre Mutter und ihr Bruder sind, und dann zu dem Pfleger zieht ist nicht unbedingt realistisch und eine große literarische Leistung. Es mutet viel mehr als zufälliges Ende an, kommt überraschend, willkürlich und ist auch für das konsequente, zielstrebige Verhalten von Helen untypisch. Aber die Story des Buches ist vernachlässigbar.

Ich denke, dass der Autorin hier wirklich ein Wurf gelungen ist. Der Stil des Buches ist modern, es ist dieser typische "neue Stil" mit einem Held als Ich-Erzähler, der nicht mehr von großen Problemen geplagt ist, wie wir es aus klassischen Büchern kennen, sondern ein Held dessen Probleme sich im daily stream verlaufen, wie wir es auch in Herr Lehmann oder in den Büchern von Kürthy finden. Aber es ist ein Buch, das noch einmal einen großen Rutsch in Richtung Frau macht und deren Reinlichkeitszwänge beleuchtet.

Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, auch wenn ich an manchen Stellen dachte: also, ich bin ja schon hart im Nehmen, aber das ist wirklich IGITT. Ein guter Überblick über all die Reinlichkeiten, die wir täglich an uns vornhemen.

Noch ein kleiner Tipp an die Männer - überlegt Euch gut, ob Ihr das wirklich lesen wollt.


Ake Edwardson: In alle Ewigkeit

Zur Zeit ist Krimizeit. Ake Edwardson und sein Kommissar Winter sind ja inzwischen recht bekannt. Was mir an diesem Konzept gut gefallen hat ist die Rahmenstruktur der Polizeiarbeit und die Story an sich. Weniger mein Ding ist sein Stil, der mir recht abgehackt erschien. Ein bisserl mehr Einblick in die Polizistenseelen hätte ich mir auch gewünscht. Mein Fazit: ein Krimi, bei dem man nichts verloren hat, wenn man ihn nicht liest, aber der einem doch ein paar spannende Stunden beschert.

Aber jetzt ist es mal wieder Zeit für einen Klassiker. Hab mir auch schon einen ausgesucht: Remarque: im Westen nichts Neues. Und nebenbei plätschert Schamis dunkle Seite der Liebe noch so vor sich hin.

 

Doris Gercke: Weinschröter, du mußt hängen

Klasse! Dieses Buch ist der erste Teil der Serie mit der Kriminalerin Bella Block, die wir alle aus dem Fernsehen kennen - gespielt von Hannelore Hoger. In diesem kurzen Krimi verschlägt es Bella durch Zufall in das Dorf, in dem sie ein Sommerhäuschen stehen hat. Sie steigt in die Widerwärtigkeiten eines stumpfsinnig bäuerlichen Milieus hinab, in der Frauen nichts und Männer alles bedeuten. Genau ein Fall für die eigensinnige Bella Block, ein Fall, den sie dann doch nicht nach den Regeln der Polizeiarbeit zu Ende bringt. Erschienen ist der Roman erstmals 1988. Mein Fazit: das war nicht der letzte Krimi, den ich aus dieser Reihe gelesen habe.

 

Und hier ein Einblick in die Darstellung Hannelore Hogers als Bella, allerdings aus einem anderen Krimi:

 

 

 

Elizabeth George: Denn bitter ist der Tod

Also, ganz ehrlich gesagt: Elizabeth George wurde mir immer als eine DER Krimiautorinnen präsentiert. Dafür bin ich von dem Krimi relativ enttäuscht. Es ist nicht die psychologische Führung durch das Buch, die ist in allen Facetten wirklich sehr gekonnt. Hier ist wohl auch ihre absolute Stärke zu sehen. Aber ihr Inspector Lynley läuft irgendwie durch das Buch wie ein Spaziergänger - er schlendert von Ort zu Ort, entdeckt hier ein bisserl und da ein bisserl - aber eine wirkliche Polizeiarbeit wird einem hier nicht aufgezeigt. Dafür schleppt er die ganze Zeit seine unverzichtbare Kollegin mit sich rum - die eigentlich grundsätzlich nur völlig verkehrt liegt und ihren persönlichen Affinitäten und Abneigungen folgt, aber keinen wirklich wertvollen Beitrag zur Lösung des Falles einbringt. Wenn ich das mit den sorgfältigen Darstellungen von Henning Mankell vergleiche, dann bleibt dieses Buch auf dieses Buch auf dem Niveau einer Jessica Fletcher stehen.

Wirklich gut gelungen scheint mir hier die Auseinandersetzung Lynleys mit Helen, der Frau seiner Wahl und sein Verstehen, worum es dieser letztlich geht. Das ist sehr gekonnt dargestellt.

Fazit: Okey, für einen netten Nachmittag mit einer ganz guten Geschichte.

 

Jane Stanton Hitchcock: Hexenhammer

Beatrice, ein junge Frau, geschieden, lebt bei ihrem Vater, einem Arzt und leidenschaftlichen Büchersammler. Eines Tages liegt er tot in der Bibliothek. Bea begibt sich auf die Suche nach dem Mörder und gerät dabei in einen Strudel aus Hexerei, Weiblichkeit, Hexenverfolgung und der Inquisition. Nicht, dass Sie jetzt denken, es handelt sich um einen mittelalterlichen Roman, nein, er spielt in unserer Zeit.

Ein Krimi, der insgesamt Spaß macht. Spannend geschrieben, klug ausgewählte Schwerpunkte, ein für das Thema recht plausibler Handlungsstrang. Also alles in allem recht gelungen. Gut, was ich jetzt nicht soooo gerne mag sind Szenarien ala Dan Brown. Aber das ist immer ein Problem, wenn man ein so großes und umfangreiches Thema auf eine leicht lesbare Form runterbrechen will. Es ist immer ein bisserl blöd, wenn die Personen die Sachlage einfach serviert bekommen und dann hochintelligent sind, wenn sie die Zusammenhänge verstehen.

 

Bernhard Schlink: Das Wochenende

Schade, sehr schade - da warte ich seit Wochen auf das neue Buch von Bernhard Schlink, dessen Vorleser und Liebesfluchten zu meinen absoluten Favoriten gehören. Und dann das! Einfach schade.

Nun, in seinem neuen Buch paßt irgendwie gar nichts richtig zusammen. Die Handlung beschreibt das erste Wochenende eines RAF Terroristen in Freiheit. Aber die Person bleibt unpersönlich. Und nicht nur diese. Schlink führt eine ganze Menge Menschen wieder zusammen, die diese Zeit miteinander erlebt haben. Doch keine unter ihnen erscheint glaubwürdig. Nicht das junge Mädel, das einmal mit einem Terroristen schlafen möchte, während ihre Eltern mit den anderen zusammen sitzen und das am nächsten Morgen artig knickst. Nicht die Schwester, nicht Ilse, die seltsamerweise erst jetzt beginnt, die Geschichte aufzuarbeiten. Völlig überflüssig, sie ein Buch schreiben lassen zu wollen und das gerade dann und dort. Es scheint, als hätte das Leben dreißig Jahre lang ausgesetzt. Warum, Herr Schlink, sollte das so sein? Warum sollte sich kaum einer mit seinem Leben in der Zwischenzeit auseinander gesetzt haben? Warum wird die fürsorgliche Frau, die den Terroristen so liebevoll im Knast umsorgt plötzlich zu einer Dame mit massivem Helfersyndrom, die glücklich war, so lange das zu umsorgende Objekt nicht ausbüchsen konnte? Man könnte tausend solcher Fragen stellen.

Ich hätte mir für das Buch eine andere Struktur gewünscht, oder, wenn es denn schon ein Wochenende sein muß - ja, dann knall ich das doch nicht mit einem Haufen unwichtiger Personen voll, sondern entwickle die Persönlichkeiten so, dass sie verständlich werden und ihr Auftauchen im Buch mehr ist als eine Aneinanderreihung von Namen, von Schall und Rauch. Nebel, wohin man sieht. Und am Schluß, am Ende - ganz, ja ganz nahe am Kitsch. Nein, das ist nicht das Niveau, dass die werten Leser von diesem Autor gewohnt sind. So viel Überflüssiges ist selten aus einer Feder geflossen. Das Thema bleibt stumm.

 

Lilli Thal: Vialla und Romaro

Bewertung:
Ein wundervolles Buch zu einem Thema, das man sonst nur in Beziehungsratgebern finden kann. Die Buchhändlerin, die es mir vorstellte, meinte: ein Buch, das jede Frau egal welchen Alters gelesen haben sollte. Was Lilli Thal hier beschreibt ist das immer wiederkehrende Thema, daß Liebe oft einer Täuschung unterliegt, gegen die der Liebende jedoch resistenz ist. Auch wenn für die Umwelt so klar ist, dass die geliebte Person kein netter Mensch ist, sondern ein saugendes Monster sein kann, das einen nie mehr losläßt. Gekonnt und vielschichtig beschreibt sie, wie sich die Liebe anfühlt, wie sich Liebeskummer anfühlt, wie man ihn erträglich macht um weiterzuleben und wie blind die Liebe machen kann. Variantenreich gestaltet sie die Auseinandersetzung Viallas mit dem blauen Monster. Sie erkennt sein Wesen, sucht seine Schwachpunkte und stellt indirekt dar, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind, wenn sie um jeden Preis blenden wollen, um geliebt zu werden. Und wie hilflos eine echte tiefe Liebe sein kann, wenn der andere die Blendung nicht erkennt und der Lust, die ein solch anziehendes Wesen ausstrahlt, stets nachgibt. Es spricht auch alle Fragen der Liebe an: wie weit darf Liebe gehen, wann geht es nicht mehr um Liebe, sondern um Grausamkeit. Dabei wird auch die Seite der hilflos Liebenden beleuchtet: der Fluchtinstinkt und der Drang zu bleiben, die Bemühungen, das Leid zu beenden. Zudem zeigt es auch auf, daß auch eine echte tiefe Liebe und Beziehung niemals davor gefeit ist, zu kippen oder zu scheitern.

Für mich das Jugendbuch 2007

 

Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg

von diesem Buch bin ich sehr begeistert. Es ist einfach zu lesen, unterhaltsam, intelligent, unaufdringlich. Es erzählt und will nicht lehren. Es ist menschlich und ehrlich. Für mich das Beste in 2007. Mich hat es sehr tief berührt, so sehr, daß am Ende sogar ein paar Tränen geflossen sind. Ein Dankeschön ein Hape Kerkeling.

Mehr zu "Jakobswegen"

 

Arthur Schnitzler: Leutnant Gustl

Eigentlich irrwitzig. Der Leutnant sitzt im Theater und wird beim Gehen von einem Bäcker beleidigt. Der hat halt an blöden Spruch losgelassen. Weil aber der Bäcker körperlich viel stärker ist, wehrt sich der Gustl nicht. Er steigert sich aber so in diese Schmach hinein, dass er sich umbringen will und sich seinen Abschied lebendig ausmalt.
Kurz vor seinem Tod geht er noch in sein altes Kaffeehaus und der Kellner steckt ihm, dass der Bäcker gestern abend im Theater tot umgefallen ist beim Treppenruntersteigen. Nun ist die Welt wieder gut, denn keiner wird jemals von der Schande erfahren.

Eine ganz besondere Note bekommt diese kurze Novelle durch die Irrelevanz des Alltags unter der Sichtweise des Todes. Der Tod, der so endgültig ist, dass er unveränderlich alles Wichtige unwichtig macht. Das ist fast ein bisserl humorig.
 

Noah Gordon: Der Medicus 

mal wieder ein Schmöker zwischendurch - manchmal brauch ich das, ein Buch zum Abhängen, gutes Handwerk, eine Geschichte, in die man hineinfallen kann und dazu, gratis und Freihaus, eine Einführung in die frühe Geschichte der Medizin

 

Georg Heym: der Dieb, ein Novellenbuch
phantastisch! dunkel, düster, bedrohlich - wundervoll

 

Louis Begley: Lügen in Zeiten des Krieges
Die Geschichte eines jüdischen Jungen, der immer wieder flüchten muß und so den Krieg übersteht - ein altes Thema, aber keinesfalls langweilig
 

Peter Leuschner: Hinterkaifeck
grundsolide Arbeit und gekonntes Handwerk, der Fall Hinterkaifeck sauber recherchiert und journalistisch dargestellt

 

Peter Wensierski: Schläge im Namen des Herrn
eine sehr ergreifende Darstellung des Lebens von Heimkindern in den 50er und 60ern in Deutschland inklusive einem gekonnten Rückblick in die Zeiten des Nationalsozialismus und die Funktion der Heime dort. Man fragt sich: wieso weiß niemand wirklich davon? Warum ist das Thema so wenig publik? Meine Anteilnahme gilt all denen, die die Grausamkeiten der Heime kennenlernen mußten und diese Geheimnisse bis heute mit sich tragen.
 

Andrea M. Schenkel: Tannöd
Grauenhaft, man könnte denken, sie versteht ihr Handwerk nicht, hat den Krimipreis nicht verdient

 

Rafik Schami: Die dunkle Seiter der Liebe
das dauert noch, bis hier ein Urteil steht, bin auf Seite 200 und die Familiengeschichte hört noch nicht auf.

Minette Walters: Die Bildhauerin
ein guter Krimi, gut aufgebaut und letztlich recht komplex

Peter Leuschner: Der Schalk in der Richterrobe
amüsant und skurril - die Urteile des Richters Johann Baptist Cantler., ein altes bayerisches Urgestein

Mrs. Rowling: Harry Potter V (Originalsprache)
das laß ich jetzt mal unkommentiert stehen, sagte ja, ich bin kein Schnellleser ;-))

Henning Mankell: Tiefe
hm, von dem Buch war ich ein bisserl enttäuscht - bin ein sehr großer Wallander- und Mankellfan, auch seine Afrikaromane, aber diese Idee hat mich nicht überzeugt.

Mark Haddon: Supergute Tage
ganz nett, aber meiner Meinung nach kein Reißer, auch wenn kluge und skurrile Sequenzen dabei sind

Sven Regener: Herr Lehmann
also, entweder verstehe ich das Buch nicht oder es ist halt eine ganz normale Geschichte - der Hype darum ist für mich nicht nachvollziehbar und auch nicht der Platz in der Spiegel-Bestseller-Liste

Shalev: Liebesleben
eine seltsame Faszination hat die Sprache dieser Autorin: ekelerregend und bindend - ein zwiespältiges Buch, eine Heldin rudernd am Abgrund
 

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Schatztruhe

die Liebsten unter den Lieben


Adalbert Stifter: Brigitta

Für mich die schönste Liebesgeschichte - steppenhaft

Henrik Ibsen: Nora (ein Puppenheim)
Eigentlich mein liebstes Drama (ausgenommen natürlich der Faust), wunderbar dargestellt, ergreifend und super zu lesen (für die, es es ebenso dick haben wie ich selbst, ein Drama zu lesen) und die Geschichte hochaktuell...

Marie von Ebner-Eschenbach: Aphorismen
Ein wirklich schönes Buch, sehr klug gedacht und klug formiliert - eine Meisterin auch sehr zu empfehlen ist ihre Geschichte 
Krambambuli (einige werden die Filme wohl kennen) - nicht selten saßen wir zusammen und kommt die Sprache auf diese treue Seele beginnen sehen wir alle auf die Seite um die Tränen zu verbergen...

Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben
eine sehr interessante Biographie und ein für mich überraschendes Buch - einfach wundervoll. Wer jedoch denkt, er könne Reich-Ranickis herrliche überhebliche Art auskosten, kommt hier zu kurz - viel zu kurz. Das Buch ist eher still, es ist reflektiert erzählt, ohne Umschweife und Nichts beschönigend.


Berhard Schlink: Der Vorleser
Ein altes Thema, eine neue Wendung. Eine hervorragende Idee.

Thomas Mann: Die Buddenbrooks
Dieses Buch ist nicht geschrieben, es ist komponiert.

Johann Wolfgang von Goethe: Die Wahlverwandtschaften
ja, was kommt heraus, wenn ein Element A mit dem Element B verbunden ist und sich dazu Element C und D gesellen - die Lösung des Buches steht gleich am Anfang. - dann verbindet sich A mit C und B mit D

Henrik Ibsen: Nora - ein Puppenheim
eine gefangene Frau

Jurek Becker: Amanda herzlos
Sind wir, wie wir sind oder sind wir, wie andere uns wahrnehmen - die Geschichte einer Frau, die zunächst als Scheusal erscheint aber mit jedem Mann ein Stückchen schöner wird

 

Sebastian Haffner: Erinnerungen bis 1914

phantastisch, unglaublich gut erklärt und sehr tief erzählt, für alle, die aus erstem Mund verstehen wollen, was in Deutschland den Nationalsozialismus vorbereitet hat - Haffner liefert die menschliche Seite zu den Geschichtsdaten

 

 

 

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