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Allgemeine deutsche Literaturgeschichte

 

Literarische Zeittafel

 

750 - 1350

    alt- und mittelhochdeutsche Literatur

1350-1600

    frühneuhochdeutsche Literatur

1600 - 1720

    Barock

1720 - 1785

    Aufklärung

1767 - 1785

    Sturm und Drang

1749 - 1832

    Klassik

1794 - 1811

    zwischen Klassik und Romantik

1798 - 1835

    Romantik

1810 - 1850

    Biedermeier, junges Deutschland

1835 - 1848

    Vormärz

1840 - 1897

    Realismus

1880 - 1900

    Naturalismus

1883 - 1923

    Impressionismus und Symbolismus

1910 - 1925

    Expressionismus

1919 - 1945

    Weimarer Republik und Ende des Dritten Reiches

ab 1945

    nach dem zweiten Weltkrieg, Nachkriegszeit, Restauration, DDR,

    Protestbewegungen

 

Alt- und mittelhochdeutsche Literatur

Betrachten wir zunächst die vorchristliche Literatur der germanischen Zeit. Thematisch beschäftigte sich die Literatur mit Zaubersprüchen, Rätseln, Sprichwörtern, der Liebe, den Helden. Dies alles wurde jedoch nicht in Textgestalt festgehalten, sondern meistens gesungen und mündlich überliefert - lesen konnte zu dieser Zeit kaum jemand. Es gibt eigentlich nur ein Beispiel: das Hildebrandslied, in seiner Vorlage von etwa 810 bis 820, das von Mönchen in Fulda aufgezeichnet wurde, und das jüngere Hildebrandslied aus dem 13. Jahrhundert. Ansonsten waren die Autoren meist nicht bekannt.

Übrigens: Karl der Große sammelte leidenschaftlich germanische Heldenlieder, sein Sohn jedoch, Ludwig der Fromme, ließ diese Sammlung letztlich verbrennen - er hatte religiöse Bedenken. Aus diesem Grund riß wohl auch im weiteren Literaturgeschehen die Verbindung zur vorchristlichen Literatur ab, denn schon damals diente Literatur einem politischen Zweck und sollte die Lehren Christis verbreiten.

Eine weitere Strömung stellte die frühmittelalterliche geistliche Dichtung in Form von Gebeten, Taufbekenntnissen, Abschwörungsbekenntnissen dar - zumeist Literatur in Reimform. Interessant ist, dass es hier eine Veränderung des Reimschemas gab: weg vom Stabreim, hin zum Endreim. Auf diese Art wollte man eine Ablösung von den heidnischen Traditionen bewirken. Weil die lateinische Klosterdichtung aufblühte, verschwand die Volksdichtung für fast 150 Jahre vollkommen. Ein Beispiel hierfür ist das St. Trudpeter Hohelied (ca. 1150), zugleich ein Beispiel der klösterlichen Frauendichtung.

Den dritten Strang macht nun die höfische Dichtung im hohen Mittelalter aus. Dichtung konnte nun wieder einsetzen, weil die Germanen ausreichend christianisiert waren und die christlichen Regeln und Glaubensvorstellungen verinnerlicht hatten. Zudem strebten die Kreuzritter danach, eine eigene gesellschaftliche Kultur zu entwickeln und setzen einen Schwerpunkt in der Daseinsfreude. So beschäftigt sich auch die Literatur der Zeit mit Anstand, Ansehen, Würde, Treue und besonders mit der Verehrung der Frauen, die so genannte Minne. Meist beschreibt die Minne eine liebe zwischen einem Ritter und der Herrin des Hofes. Es war eine eher vergeistigte Erotik, da die Erfüllung der Liebe Wahnsinn oder Tod bedeutete.

Vertreter: Walter von der Vogelweide (1168 - 1228, niedere Minne), Hartmann von Aue (ca 1165 - 1215, Iwein, Gregorius, der arme Heinrich), Wolfram von Eschenbach (ca 1170 - 1220, Parzival), Gottfried von Straßburg (ca 1200, Tristan) und das Nibelungenlied.

 

 

 

Quellenverzeichnis:

Wikipedia

Brockhaus

Kurth Rothmann: kleine Geschichte der deutschen Literatur, Reclam, 2000

dtv-Atlas zur Literatur

Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur, Kröner Verlag,